Im Jahr 2009 entstand die Idee zur Fotoserie »Sculpture« … und diese Idee wächst langsam zu einem äußerst interessantem Portfolio. Die Bezeichnung “Skulptur” steht eigentlich für ein dreidimensionale Kunstwerk, welches sich durch sein festes Material und die Fertigungsweise im subtraktiven Verfahren, das heißt durch das Abtragen des Materials auszeichnet. Vergleichsweise versuche ich in der Fotografie durch intensive High- und Low-key-Aufnahmen den Raum um die Modelle weitestgehend aufzulösen und durch wenige, intensive Kontraste den Schwerpunkt der Inszenierungen auf die Formenmodellierung zu legen.
Im Mittelpunkt der Arrangements steht der weibliche Körper – sowohl als Vollakt, als auch als anonymisierte Detailansicht. Jedoch orientieren sich die Arbeiten weniger an der Darstellung eines idealisierten menschlichen, anatomisch korrekten Körpers. Vielmehr soll durch die stark abstrahierte Darstellung die Neugier auf »Mehr« geweckt und der Betrachter zum Entdecker werden. Zu Gunsten dieser Intention werden die Formen durch Farbreduktion auf ein Mindestmaß reduziert. Licht respektive Schatten heben nur wenige vereinzelte Körperformen hervor, dienen der Unsichtbarmachung der Umgebung und führen auf diese Weise zu einer abstrakten humanen Ästhetik.
Gleichwohl schweben die Modelle nicht haltlos im Raum. Körperspannung, Fliehkraft und Posen von athletischer Balance lassen einen wenn auch surreal anmutenden Raum entstehen.
